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Leben = unterwegs sein

Zum mittlerweile vierten Mal wurde am 7. Juli der “Tag an der Grenze” begangen: Erzbischof Cvikl und ich haben zunächst in Leutschach Oldtimer und alte Motorräder gesegnet, ehe in St. Paknracij (Sankt Pongratzen) mitten auf der Grenze zweier Staaten und auch unserer Diözesen Messe gefeiert wurde (hier ist die Predigt nachzulesen).
Für die Oldtimersegnung hatte ich folgende Meditation vorbereitet:

  1. Mitunter wird das Leben im Bild des “Weges” und damit des Unterwegsseins beschrieben. Kraftfahrzeuge sind demnach eine geeignete Möglichkeit, diesem Bild des persönlichen Weges im Leben und damit im Glauben nachzuspüren. An zwei Aspekten will ich dies am heutigen Sonntag versuchen:
  2. Wir erleben unser Dasein mitunter als Vorüberziehen: das Vergangene haben wir nicht mehr in der Hand, ob das, was Zukunft heißt, je uns betreffen wird, können wir beim besten Willen auch nicht sagen. Sich unterwegs zu wissen, “lehrt” uns demnach, fest “im Augenblick” zu stehen und zu leben. Dieser Moment ist der einzige, den ich gestalten kann: Lernen wir daher, ganz im Augenblick und damit dem Wesentlichen präsent zu sein. – Nebenbei: ältere Kraftfahrzeuge erlauben es uns obendrein, dies leichter zu leben, kommt man mit ihnen ja oft nicht mit der Geschwindigkeit von einem Ort zum nächsten, die uns im Heute unserer Tage mit atemberaubender Geschwindigkeit möglich ist.
  3. Unterwegs zu sein heißt auch: von einem Ort ausgehend sich zu einem anderen aufmachen. Christsein ist oft mit Aufbruch verbunden, Christsein bedeutet tatsächlich: nicht stehenbleiben, immer “auf dem Sprung sein”, weil Gott einer ist, der uns beständig herausruft aus dem Alltag, um uns auf gute Lebensweiden zu führen. Lassen wir deshalb nicht nach in unserem Mühen, jeden Tag unseres einmaligen Lebens als einen zu verstehen, an dem uns Gott herausruft das, was uns begegnet, mit Seinem Geist zu erfüllen. Nebenbei: Oldtimer sind zwar schon etwas in die Jahre gekommene Gefährte, ähnlich der Kirche, aber: es geht ums Ziel – und das gilt es, nicht aus dem Blick zu verlieren!

Veränderungen in der Kirche?!

Matthias Sellmann hat vor kurzem auf feinschwarz.net Thesen beschrieben zu “Veränderungen in der Kirche” und den damit verbundenen notwendigen Verbindlichkeiten.
Mit seinem Beitrag hat er einige Reaktionen ausgelöst:
* Matthias Beck: “Keine Panik auf der Titanic!”
* Markus Heil: Panik ist durchaus angebracht
* Monika Heidkamp und Verena Suchhart-Kroll: “Worauf konzentriert sich eine Kirche, die anders wird?”