Berufungspastoral und Seminar

Meine derzeitige Aufgabe ist eine “Baustelle”, denn ich bin in der Diözese der “Beauftragte für Berufungspastoral”. In dieser Funktion wird der große Umbruch, der sich für die und in der Kirche derzeit vor unseren Augen abspielt, wohl am deutlichsten greifbar. Weil wir in unseren Breiten vielfach nicht gewohnt waren bzw. sind unser Christsein als “Berufung” zu leben, denn: Jahrhunderte herauf war dies “eh klar”. Damit aber hängen die “speziellen Berufungen” in ein Dienstamt, aber auch das Leben in einem Orden bzw. in einer Gemeinschaft bzw. allein nach den Evangelischen Räten Jesu der Armut, des Gehorsams und der Keuschheit “in der Luft” und werden nur schwer verstanden.

Das größte Haus in der Verwaltung der Diözese, das Bischöfliche Seminar, das das Internat der Katholischen Kirche Steiermark und das Bischögliche Gymnasium beherbergte, in dem ich seit Herbst 2006 tätig bin, wurde 2008-2009 generalsaniert und beherbergt nunmehr als “Augustinum – Bischöfliches Zentrum für Bildung und Berufung” alle pädagogischen Einrichtungen, die von der Diözese getragen werden. Daneben wohnen hier ca. 100 Personen: Studierende, Schüler ab der Sekundarstufe I im Internat, einige Priester sowie Jugendliche, für die die Frage nach einem “geistlichen Beruf” virulent ist. Am 13. November 2009, dem Geburtstag des Namensgebers dieser großen Einrichtung in der Diözeses, des hl. Augustinus, wurde der neue Bildungscampus seiner Bestimmung übergeben.

Hier Priester zu sein zeigt wieder eine andere Facette dieses tollen Berufes auf: Menschen bewusst und täglich auf ihrem Weg des Hineinwachsens in Verantwortung und Glauben zu begleiten. Hier begegne ich vielen, die suchen nach dem, was wirklich trägt im Leben, täglich, im Stiegenhaus. Und: Menschen, die hier ein Stück weit dem nachspüren, was denn Gott in ihrem Leben gewirkt hat. Hier lebt Kirche – anders als in einer herkömmlichen Pfarre, aber um nichts weniger.

Gemeinsam unterwegs