Archiv der Kategorie: Allgemein

Gemeinsame Absichten und Besorgnisse

Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios I. bringen in ihrer heute unterzeichneten gemeinsamen Erklärung Absichten und Besorgnisse zum Ausdruck, die sie als christliche Führungspersonen den Ihren und der ganzen Welt anvertrauen. Auch das friedliche Miteinander der Menschen in den unterschiedlichen Religionen wird darin erneut angesprochen. Denn: “wenn 1 Glied leidet, leiden alle mit” – es gehe ja letztlich darum: “Alle sollen eins sein (…) damit die Welt glaubt” (Joh 17,21)”.
Hier ist das Dokument im Wortlaut dokumentiert.

Taufbewusstsein und leadership

null

Ich freu mich schon sehr auf diese interessante Tagung im kommenden Juni in Bochum. Vielleicht hat wer Lust dabei zu sein?! “Taufbewusstsein und leadership” … ein interessanter und für Gegenwart und Zukunft der Kirche notwendiger Paradigmenwechsel, der ansteht …
Wie ich zu dieser Tagung komme? Nun denn: “crossing over” ist ein faszinierendes Projekt, das schon seit Jahren im Norden Deutschlands und den USA (Chicago) läuft.

Der Mensch

Papst Franziskus hat gestern vor dem Europäischen Parlament und dem Europarat gesprochen. “Der Mensch” stand im Mittelpunkt seiner Überlegungen – und damit etwa

  • Einheit in Vielheit: “Einheit bedeutet nicht politische, wirtschaftliche, kulturelle oder gedankliche Uniformität. In Wirklichkeit lebt jede authentische Einheit vom Reichtum der Verschiedenheiten, die sie bilden: wie eine Familie, die umso einiger ist, je mehr jedes ihrer Mitglieder ohne Furcht bis zum Grund es selbst sein kann.”
  • der Mensch als jemand, der über sich selbst hinausweist: “Ein Europa, das nicht mehr fähig ist, sich der transzendenten Dimension des Lebens zu öffnen, ist ein Europa, das in Gefahr gerät, allmählich seine Seele zu verlieren und auch jenen „humanistischen Geist“, den es doch liebt und verteidigt.”
  • der Mensch in seiner transzendentalen Würde: “Von der transzendenten Würde des Menschen zu sprechen, bedeutet also, sich auf seine Natur zu berufen, auf seine angeborene Fähigkeit, Gut und Böse zu unterscheiden, auf jenen ‘Kompass’, der in unsere Herzen eingeschrieben ist und den Gott dem geschaffenen Universum eingeprägt hat”.
  • der Mensch nicht nur als Individuum, sondern als Gemeinschaftswesen: “Es gibt [..] heute die Tendenz zu einer immer weiter reichenden Beanspruchung der individuellen – ich bin versucht zu sagen: individualistischen – Rechte, hinter der sich ein aus jedem sozialen und anthropologischen Zusammenhang herausgelöstes Bild des Menschen verbirgt, der gleichsam als „Monade“ (μονάς) zunehmend unsensibel wird für die anderen ‘Monaden’ in seiner Umgebung. “

Beide Ansprachen: mehr als bloß lesenswert! Denn: sie geben wirklich Hoffnung für einen oft müde wirkenden Kontinent.

Es sich nicht zu leicht machen

Wir sind es schon gewohnt: Bischof Stefan Oster aus Passau nutzt auch die neuen Medien, um Gedanken, die ihn umtreiben, zur Verfügung zu stellen. Auch wenn diese nicht unbedingt geeignet scheinen für eine Welt, in der das Kurze, der Augenblick, der unmittelbare Eindruck zählt: Stefan Oster scheut sich nicht komplexe Sachverhalte seinen knapp 7.000 facebook-Freunden zuzumuten. Vor einigen Tagen war es wieder soweit: im Anschluss an seine Gedanken rund um die Bischofssynode und seinen “virtuellen Austausch” mit dem Bischof von Antwerpen hat er wieder mal was “schwer Verdauliches” in diesem Zusammenhang geschrieben. Weil es auch mich nach-denklich gemacht hat, möchte ich diese Seiten, die über den Beitrag unten downloadbar sind, gern weitergeben

Re-Formatierung

Wer meinen blog liest, der eigentlich dazu dient, “andere” zu Wort kommen zu lassen, wird schon darum wissen: ich verweise oft auf Christian Hennecke und seine Gedanken, die er zur “Kirchenreform” einbringt. In seinem blog-Beitrag vom 17. November antwortet er mit seiner kritischen und dennoch sehr wertschätzenden Art auf einen Artikel in der Zeitschrift “Christ in der Gegenwart”, der hier online zugänglich ist. Ja: es geht primär und zuallererst um die Re-Formatierung von Kirche und damit denen, die sich als ecclesia, Herausgerufene, verstehen, nicht um Strukturen und Möglichkeiten Geld einzusparen und damit auch nicht darum, die Kirche nicht mehr vor Ort zu (er)leben. (Welches Verständnis von Kirche steckt denn da eigentlich dahinter?).

Salz der Erde

Über den blog von Christian Hennecke  bin ich auf den Film von Wim Wenders “Das Salz der Erde” aufmerksam gemacht worden. Ich habe es nicht bereut, diesen Film über einen bekannten Fotografen anzuschauen. Gewaltige Bilder, die das – und der Titel ist bewusst gewählt – in der Sprache dieser Kunst deutlich machen wollen, was der Mensch ist für die Welt. Das, was Hennecke in seinem blog schrieb: “noch nie habe ich gehört: der Mensch, wie er sich zeigt, anbietet und wie er lebt – er ist dieses Salz. Er macht die Erde zu dem, was sie von ihrer innersten Wirklichkeit her ist” ist berührend dargestellt in den Bildern, die Sebastião Salgado die Jahrzehnte herauf gesehen und abgelichtet hat und die von seinem Sohn Juliano und Wim Wenders in Szene gesetzt wurden.

null
Wie sehr doch die Welt vom Menschen “versalzen” werden kann und wird. Und: wie sehr der Mensch dieser Welt Salz sein kann. Beides hat Salgado hautnah erfahren. Beides lehrt er sehen … null
Und damit werden Größe und Abgründe des Menschen deutlich – beides erlebt wohl jede und jeder von uns auch an seiner/ihrer eigenen Haut. Wie mit alledem umgehen?null